E-Commerce-Begriffe: Glossar für Onlinehändler von A bis Z
Dieses Glossar erklärt die E-Commerce-Begriffe, die Ihnen beim Aufbau und Betrieb eines eigenen Onlineshops in Deutschland begegnen: Kennzahlen wie Conversion-Rate und Warenkorbwert, Begriffe aus Zahlung und Versand und die Rechtsbegriffe vom Impressum bis zum Widerrufsbutton. Jede Erklärung ist kurz gehalten; bei Rechtsbegriffen führt ein Link zur amtlichen Quelle.
A
- AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen)
- AGB sind vorformulierte Vertragsbedingungen, die ein Händler für viele Verträge verwendet und dem Kunden beim Vertragsschluss stellt, etwa zu Lieferung, Zahlung oder Eigentumsvorbehalt. Wie sie wirksam Teil des Vertrags werden, regelt § 305 BGB. Quelle: § 305 BGB
B
- B2B und B2C
- B2B (Business-to-Business) bezeichnet Verkäufe an Unternehmen, B2C (Business-to-Consumer) Verkäufe an Verbraucher. Viele Schutzregeln im Onlinehandel, etwa Widerrufsrecht und Button-Lösung, gelten nur gegenüber Verbrauchern.
- Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG)
- Das BFSG gilt unter anderem für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, die nach dem 28. Juni 2025 für Verbraucher erbracht werden, also auch für Onlineshops. Sie müssen dann Anforderungen an die Barrierefreiheit erfüllen; Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen, sind davon nach § 3 Abs. 3 BFSG ausgenommen. Quelle: § 1 BFSG
C
- Chargeback (Rückbuchung)
- Bei einem Chargeback lässt der Kunde eine Kartenzahlung über seine Bank zurückbuchen, zum Beispiel weil die Ware nicht ankam oder die Zahlung nicht von ihm stammt. Der Betrag wird dem Händler wieder abgezogen; mit Belegen wie Sendungsnummer und Bestellbestätigung kann er widersprechen.
- Conversion-Rate
- Die Conversion-Rate gibt an, welcher Anteil der Besuche in einer Bestellung endet: Bestellungen geteilt durch Besuche, mal 100. Sie wird meist für einen Zeitraum, eine Seite oder einen Kanal wie Google Ads berechnet.
- Cross-Selling und Upselling
- Beim Cross-Selling empfiehlt der Shop passende Zusatzprodukte, etwa Hüllen zum Handy. Beim Upselling bietet er eine höherwertige Variante desselben Produkts an. Beides soll den Warenkorbwert erhöhen.
- Customer Lifetime Value (CLV)
- Der Customer Lifetime Value ist der Umsatz oder Deckungsbeitrag, den ein Kunde über die gesamte Kundenbeziehung bringt. Er zeigt, wie viel Sie für die Gewinnung eines Neukunden ausgeben können.
D
- D2C (Direct-to-Consumer)
- D2C heißt, dass ein Hersteller oder eine Marke direkt an Endkunden verkauft, meist über den eigenen Onlineshop, statt über Groß- oder Einzelhändler. Preis, Kundendaten und Markenauftritt bleiben so in der eigenen Hand.
- Domain
- Die Domain ist die Adresse Ihres Onlineshops im Internet, zum Beispiel ihr-shop.de. Sie wird bei einer Vergabestelle oder über einen Anbieter registriert und sollte zum Shopnamen passen. onlineshop namen finden
- Double-Opt-in
- Beim Double-Opt-in bestätigt ein neuer Newsletter-Abonnent seine Anmeldung über einen Link in einer Bestätigungs-E-Mail. So lässt sich später nachweisen, dass die Einwilligung wirklich vom Inhaber der Adresse stammt. kunden newsletter
- Dropshipping
- Beim Dropshipping verkauft der Händler Ware, die er nicht selbst lagert: Nach der Bestellung versendet der Lieferant direkt an den Kunden. Vertragspartner des Kunden und damit zuständig für Widerruf, Gewährleistung und Rechtstexte bleibt der Händler.
- Durchschnittlicher Warenkorbwert
- Der durchschnittliche Warenkorbwert (englisch Average Order Value, AOV) ist der Umsatz eines Zeitraums geteilt durch die Zahl der Bestellungen. Er hilft, Versandkostenfrei-Grenzen und Werbebudgets festzulegen.
F
- Fernabsatzvertrag
- Ein Fernabsatzvertrag ist ein Vertrag, bei dem Händler und Verbraucher für Verhandlung und Abschluss ausschließlich Fernkommunikationsmittel wie Website, E-Mail oder Telefon nutzen. Jede Bestellung im Onlineshop ist ein solcher Vertrag; daran knüpfen Informationspflichten und das Widerrufsrecht an. Quelle: § 312c BGB
- Fulfillment
- Fulfillment umfasst alle Schritte nach der Bestellung: Lagerung, Kommissionierung, Verpackung, Versand und oft auch die Bearbeitung von Retouren. Händler erledigen es selbst oder geben es an einen Fulfillment-Dienstleister ab.
G
- Gewährleistung (Mängelrechte)
- Ist eine Ware mangelhaft, kann der Käufer nach § 437 BGB Nacherfüllung verlangen, unter weiteren Voraussetzungen vom Vertrag zurücktreten, den Preis mindern oder Schadensersatz fordern. Diese Ansprüche verjähren bei Waren im Regelfall zwei Jahre nach der Ablieferung (§ 438 BGB). Eine freiwillige Garantie kommt gegebenenfalls hinzu. Quelle: § 437 BGB
- Gewerbeanmeldung
- Wer selbstständig ein Gewerbe beginnt, muss dies nach § 14 GewO gleichzeitig der zuständigen Behörde anzeigen, in der Regel dem Gewerbeamt der Gemeinde. Das gilt auch für einen Onlineshop, der dauerhaft mit Gewinnabsicht betrieben wird. Quelle: § 14 GewO
- Grundpreis
- Wer Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche anbietet, muss neben dem Gesamtpreis auch den Grundpreis angeben (§ 4 PAngV). Er bezieht sich in der Regel auf 1 Kilogramm, 1 Liter, 1 Kubikmeter, 1 Meter oder 1 Quadratmeter (§ 5 PAngV). Quelle: § 4 PAngV
H
- Hinsendekosten und Rücksendekosten
- Widerruft ein Verbraucher, muss der Händler auch die gezahlten Versandkosten der Hinsendung erstatten, außer den Mehrkosten einer teureren Versandart als der günstigsten Standardlieferung. Die Kosten der Rücksendung trägt der Verbraucher, wenn er vorher darüber informiert wurde und der Händler sie nicht freiwillig übernimmt (§ 357 BGB). Quelle: § 357 BGB
I
- Impressum
- Das Impressum enthält die Pflichtangaben eines geschäftsmäßigen Onlineangebots, unter anderem Name und Anschrift, bei juristischen Personen Rechtsform und Vertretungsberechtigte, sowie Angaben zur schnellen elektronischen Kontaktaufnahme. Es muss leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein (§ 5 DDG). onlineshop eröffnen was muss ich beachten Quelle: § 5 DDG
K
- Kauf auf Rechnung
- Beim Kauf auf Rechnung erhält der Kunde die Ware zuerst und bezahlt sie innerhalb einer vereinbarten Frist. Das Risiko, dass nicht gezahlt wird, trägt der Händler selbst oder ein Zahlungsanbieter, der den Rechnungskauf für ihn abwickelt.
- Kleinunternehmerregelung
- Nach § 19 UStG sind Umsätze eines im Inland ansässigen Unternehmers steuerfrei, wenn der Gesamtumsatz im Vorjahr 25.000 Euro nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet. Der Händler weist dann keine Umsatzsteuer aus. Quelle: § 19 UStG
L
- LUCID (Verpackungsregister)
- LUCID ist das Verpackungsregister der Zentralen Stelle Verpackungsregister. Wer in Deutschland verpackte Waren vertreibt, muss dort registriert sein; für bestimmte Verpackungen, etwa Versandkartons an Privatkunden, kommen Systembeteiligung und Datenmeldung hinzu. Quelle: Zentrale Stelle Verpackungsregister: Versand- und Onlinehandel
M
- Marktplatz und eigener Onlineshop
- Auf einem Marktplatz verkaufen viele Händler unter dem Dach eines Betreibers, der Kundenzugang, Regeln und Gebühren vorgibt. Im eigenen Onlineshop bestimmen Sie Preise, Gestaltung und Kundenkontakt selbst, müssen die Besucher aber selbst gewinnen.
N
- Nische
- Eine Nische ist ein klar abgegrenzter Teilmarkt mit eigenen Bedürfnissen, etwa Zubehör für ein bestimmtes Hobby. Kleine Onlineshops wählen oft eine Nische, weil sie dort mit Auswahl und Beratung statt nur über den Preis punkten. welche produkte online verkaufen
O
- Omnichannel
- Omnichannel heißt, dass Kunden über mehrere verbundene Kanäle kaufen können, zum Beispiel Onlineshop, Ladengeschäft und Marktplatz, mit gemeinsamem Lagerbestand und Kundenkonto. Beim Multichannel laufen die Kanäle dagegen getrennt nebeneinander.
- OSS-Verfahren (One-Stop-Shop)
- Über den One-Stop-Shop beim Bundeszentralamt für Steuern melden Händler die Umsatzsteuer auf Verkäufe an Privatkunden in anderen EU-Ländern zentral, statt sich in jedem Land zu registrieren. Bleiben solche Verkäufe im laufenden und im vorangegangenen Kalenderjahr unter 10.000 Euro, gilt weiterhin die deutsche Umsatzsteuer. oss verfahren Quelle: BZSt: One-Stop-Shop, EU-Regelung
P
- Payment-Service-Provider (PSP)
- Ein Payment-Service-Provider, auf Deutsch Zahlungsdienstleister, bündelt mehrere Zahlungsarten wie Karte, PayPal oder Rechnung über einen Vertrag und eine Anbindung an den Shop. Er wickelt die Zahlungen ab und berechnet dafür Gebühren pro Transaktion. zahlungsarten onlineshop
- Produktfeed
- Ein Produktfeed ist eine Datei oder Schnittstelle, die Ihre Produktdaten wie Titel, Preis, Verfügbarkeit, Bild und GTIN regelmäßig an andere Dienste übergibt, etwa an das Google Merchant Center für Shopping-Anzeigen oder an Preisvergleiche.
R
- Retourenquote
- Die Retourenquote ist der Anteil der verkauften Artikel oder Bestellungen, der zurückgeschickt wird: Retouren geteilt durch Verkäufe, mal 100. Pro Produkt gemessen zeigt sie, wo Beschreibung, Größenangaben oder Qualität nicht stimmen. retourenmanagement
S
- Sendungsverfolgung (Tracking)
- Mit der Sendungsnummer des Versanddienstleisters kann der Kunde online sehen, wo sein Paket gerade ist. Viele Shops schicken die Nummer automatisch per E-Mail, sobald das Paket übergeben ist.
- SEO (Suchmaschinenoptimierung)
- SEO umfasst alle Maßnahmen, mit denen Produkt- und Kategorieseiten in den unbezahlten Ergebnissen von Suchmaschinen wie Google besser gefunden werden: passende Suchbegriffe, eigene Produkttexte, saubere Seitenstruktur und schnelle Ladezeiten. seo für onlineshops
- Shopsystem
- Ein Shopsystem ist die Software, mit der ein Onlineshop betrieben wird: Produkte, Warenkorb, Kasse, Bestellungen und Kunden. Bei gehosteten Systemen (Software as a Service) kümmert sich der Anbieter um Server und Updates, bei selbst gehosteten Systemen der Händler.
- SKU (Artikelnummer)
- Die SKU (Stock Keeping Unit) ist eine eigene Artikelnummer, die der Händler jeder lagerhaltigen Variante gibt, also zum Beispiel jedem T-Shirt in Größe und Farbe. Anders als GTIN oder EAN vergibt der Händler sie selbst.
- Starke Kundenauthentifizierung (3D Secure)
- 3D Secure ist das Verfahren, mit dem Kartenzahlungen online zusätzlich bestätigt werden, zum Beispiel per Banking-App oder Code. Damit erfüllen Zahlungen die Pflicht zur starken Kundenauthentifizierung aus der EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2).
T
- Transaktionsgebühr
- Eine Transaktionsgebühr ist ein Betrag oder Prozentsatz, der pro Verkauf anfällt, zusätzlich zu einer monatlichen Grundgebühr. Sie kann vom Zahlungsanbieter, vom Marktplatz oder vom Shopsystem erhoben werden. was kostet ein onlineshop
V
- Verbraucherschlichtung
- Ein Händler mit Website oder AGB muss Verbraucher nach § 36 VSBG leicht zugänglich darüber informieren, ob er bereit oder verpflichtet ist, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen, und gegebenenfalls die zuständige Stelle nennen. Quelle: § 36 VSBG
- Versandkostenfrei-Grenze
- Die Versandkostenfrei-Grenze ist der Bestellwert, ab dem der Kunde keine Versandkosten zahlt. Sie wird oft etwas über den durchschnittlichen Warenkorbwert gelegt, damit Kunden für die kostenlose Lieferung einen Artikel mehr kaufen. onlineshop versandkosten kalkulieren
- Volumengewicht
- Das Volumengewicht rechnet den Platz, den ein Paket einnimmt, in Kilogramm um: Länge × Breite × Höhe in Zentimetern, geteilt durch den Divisor des Versanddienstleisters. Abgerechnet wird der höhere Wert aus Volumengewicht und tatsächlichem Gewicht. volumengewicht berechnen
W
- Warenkorbabbruch
- Ein Warenkorbabbruch liegt vor, wenn ein Besucher Artikel in den Warenkorb legt, die Bestellung aber nicht abschließt. Die Warenkorbabbruchrate ist der Anteil der angelegten Warenkörbe, die nicht zu einer Bestellung werden.
- Warenkorbabbruch-E-Mail
- Eine Warenkorbabbruch-E-Mail erinnert einen Besucher an Artikel, die er im Warenkorb gelassen hat. Für Werbung per E-Mail verlangt § 7 UWG grundsätzlich eine vorherige ausdrückliche Einwilligung des Empfängers, mit einer engen Ausnahme für Bestandskunden. Quelle: § 7 UWG
- Widerrufsbelehrung
- Die Widerrufsbelehrung informiert Verbraucher über Bedingungen, Fristen und Ablauf des Widerrufs. Der Händler kann außerdem das gesetzliche Muster-Widerrufsformular oder eine andere Widerrufserklärung auf seiner Website zum Ausfüllen anbieten und muss den Eingang dann unverzüglich bestätigen (§ 356 Abs. 1 BGB). Quelle: § 356 BGB
- Widerrufsrecht
- Verbraucher können einen im Onlineshop geschlossenen Vertrag ohne Angabe von Gründen widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage; zur Fristwahrung genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs (§ 355 BGB). Quelle: § 355 BGB
So nutzen und zitieren Sie dieses Glossar
Jeder Begriff hat einen eigenen Link: Klicken Sie auf den Begriff, und die Adresse mit dem Anker (zum Beispiel #widerrufsrecht) erscheint in der Adresszeile. So können Sie in Texten, Schulungen oder Rechtstexte-Checklisten direkt auf eine Erklärung verweisen.
Die Erklärungen sind kurz und allgemein gehalten und ersetzen keine Rechtsberatung. Bei Rechtsbegriffen ist die amtliche Fassung des Gesetzes verlinkt; maßgeblich ist immer der aktuelle Gesetzestext. Wir prüfen das Glossar mindestens einmal im Jahr und sobald sich eine verlinkte Regel ändert.
Den eigenen Onlineshop aufbauen
Favenda ist eine gehostete Shop-Plattform: Hosting, SSL, Backups und Updates sind enthalten, und Favenda nimmt keine Transaktionsgebühren auf Ihre Verkäufe. Sie legen Versandtarife nach Gewicht und eine Versandkostenfrei-Grenze fest, und Google Analytics 4 und der Meta Pixel laden erst nach der Cookie-Einwilligung. Zu jeder Bestellung sehen Sie den echten Gewinn nach Versand und Gebühren.
Häufige Fragen
Welche E-Commerce-Begriffe sollte man kennen?
Für den Start reichen drei Gruppen: die Kennzahlen Conversion-Rate, durchschnittlicher Warenkorbwert und Retourenquote; die Begriffe aus Zahlung und Versand wie Payment-Service-Provider, Chargeback und Volumengewicht; und die Rechtsbegriffe Impressum, Widerrufsrecht, Button-Lösung und LUCID, die in Deutschland jeder Onlineshop betrifft.
Was bedeutet E-Commerce einfach erklärt?
E-Commerce, auf Deutsch elektronischer Handel oder Onlinehandel, ist der Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen über das Internet, zum Beispiel in einem Onlineshop oder auf einem Marktplatz. Bestellung und Vertragsschluss laufen online; rechtlich ist eine solche Bestellung ein Fernabsatzvertrag.
Ist der Widerrufsbutton Pflicht?
Nach § 356a BGB muss der Händler bei Fernabsatzverträgen, die über eine Website oder App geschlossen werden, eine elektronische Widerrufsfunktion bereitstellen, beschriftet mit „Vertrag widerrufen“ oder gleichbedeutend eindeutig. Sie ergänzt die Widerrufsbelehrung und ersetzt sie nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Widerrufsrecht und Gewährleistung?
Das Widerrufsrecht erlaubt Verbrauchern, einen Onlinekauf innerhalb von 14 Tagen ohne Grund rückgängig zu machen, auch wenn die Ware einwandfrei ist. Die Gewährleistung greift dagegen nur bei einem Mangel und gibt dem Käufer vor allem das Recht auf Nacherfüllung; sie verjährt bei Waren im Regelfall nach zwei Jahren.