Zahlungsarten im Onlineshop: Welche Sie anbieten sollten, was sie kosten und was erlaubt ist
· 11 Min. Lesezeit · Zahlungen
Kurze Antwort: Für einen Onlineshop in Deutschland reichen zum Start meist drei bis vier Zahlungsarten: PayPal, Kredit- und Debitkarte (mit Apple Pay und Google Pay), eine Rechnungs- oder Ratenlösung über einen Anbieter wie Klarna oder Ratepay und, je nach Zielgruppe, SEPA-Lastschrift oder Vorkasse per Überweisung. Entscheidend sind drei Fragen: Was erwarten Ihre Kunden, was kostet jede Zahlungsart bei Ihrem durchschnittlichen Warenkorb, und wer trägt das Risiko, wenn nicht gezahlt wird? Zuschläge für bestimmte Zahlungsarten dürfen Sie dagegen meist nicht verlangen. Die Gebühr des Zahlungsanbieters bleibt ohnehin, deshalb lohnt sich eine Shop-Plattform, die auf Ihre Verkäufe keine eigene Transaktionsgebühr erhebt.
Welche Zahlungsarten gibt es für Onlineshops?
Die gängigen Zahlungsmöglichkeiten im Überblick:
- PayPal: in Deutschland weit verbreitet und für viele Kunden die erste Wahl, weil sie keine Kartendaten eingeben müssen.
- Kredit- und Debitkarte: Visa, Mastercard und Co., meist über einen Zahlungsdienstleister wie Stripe. Apple Pay und Google Pay laufen technisch ebenfalls über die Karte.
- Kauf auf Rechnung: Der Kunde zahlt erst nach Erhalt der Ware. In Deutschland traditionell verbreitet, für Händler aber mit Ausfallrisiko verbunden, wenn Sie es selbst anbieten.
- Ratenkauf und „später bezahlen“: über Anbieter wie Klarna oder Ratepay, die das Risiko übernehmen.
- SEPA-Lastschrift: günstig, aber der Kunde kann die Lastschrift zurückgeben.
- Vorkasse per Überweisung: für Sie ohne Risiko und ohne Anbietergebühr, für Kunden aber langsam und unbequem. Sie versenden erst nach Zahlungseingang.
In Österreich sind die Erwartungen ähnlich; wer dorthin verkauft, sollte Karte und PayPal mindestens anbieten und die Rechtslage zu Zuschlägen gesondert prüfen (dazu unten mehr).
Was kosten die Zahlungsarten pro Bestellung?
Die folgenden Sätze stehen auf den offiziellen deutschen Preisseiten von PayPal und Stripe (gelesen am 23. Oktober 2026). Mit eigenem Vertrag oder hohem Volumen können Ihre Konditionen abweichen.
- PayPal Checkout (Inland) — Anbieter laut Preisseite: PayPal; Gebühr pro Zahlung: 2,99 % + 0,39 €
- Rechnungskauf mit Ratepay — Anbieter laut Preisseite: PayPal; Gebühr pro Zahlung: 2,99 % + 0,39 €
- Kartenzahlung, Standardkarte aus dem EWR — Anbieter laut Preisseite: Stripe; Gebühr pro Zahlung: 1,5 % + 0,25 €
- Kartenzahlung, Premiumkarte aus dem EWR — Anbieter laut Preisseite: Stripe; Gebühr pro Zahlung: 2,8 % + 0,25 €
- SEPA-Lastschrift — Anbieter laut Preisseite: Stripe; Gebühr pro Zahlung: 0,35 €
- Klarna — Anbieter laut Preisseite: Stripe; Gebühr pro Zahlung: ab 2,99 % + 0,35 €
Für Zahlungen aus dem Ausland kommt bei PayPal ein Zuschlag dazu: für Großbritannien 1,29 %, für Länder außerhalb des EWR 1,99 %. Bei Stripe kosten Karten von außerhalb des EWR und Großbritanniens 3,15 % + 0,25 €, bei Währungsumrechnung kommen 2 % hinzu.
Beispiel bei einem Warenkorb von 40 € (reine Rechnung mit den Sätzen oben, keine Statistik):
- PayPal Checkout: 1,20 € + 0,39 € = 1,59 €
- Rechnungskauf mit Ratepay über PayPal: ebenfalls 1,59 €
- Standardkarte über Stripe: 0,60 € + 0,25 € = 0,85 €
- SEPA-Lastschrift über Stripe: 0,35 €
- Klarna über Stripe: mindestens 1,20 € + 0,35 € = 1,55 €
Der feste Anteil pro Zahlung wiegt bei kleinen Warenkörben schwer. Wie diese Gebühren zusammen mit Tarif, Versand und Rechtstexten Ihre monatlichen Kosten bestimmen, zeigt der Beitrag Was kostet ein Onlineshop?.
Kauf auf Rechnung anbieten: selbst oder über einen Anbieter?
Viele Kunden kaufen eher, wenn sie erst nach Erhalt zahlen. Für Sie gibt es zwei Wege:
Selbst auf Rechnung liefern: keine Anbietergebühr, aber Sie tragen das volle Ausfallrisiko, schreiben Mahnungen und warten auf Ihr Geld. Das passt eher zu Stammkunden und Geschäftskunden, die Sie kennen.
Über einen Zahlungsanbieter: Anbieter wie Ratepay (zum Beispiel über PayPal) oder Klarna prüfen den Kunden, zahlen Ihnen den Betrag aus und kümmern sich um Forderung und Mahnwesen. Dafür zahlen Sie eine höhere Gebühr als bei der Karte. Prüfen Sie im Vertrag, wann Sie das Geld erhalten, was bei Retouren und Teilretouren passiert und ob es eine Mindestlaufzeit oder Grundgebühr gibt.
Eine Faustregel: Je höher Ihr durchschnittlicher Warenkorb und je jünger Ihr Shop, desto eher lohnt sich der Kauf auf Rechnung über einen Anbieter, denn er senkt Kaufabbrüche, ohne dass Sie Forderungen eintreiben müssen.
PayPal und Klarna im Onlineshop einbinden
Der Ablauf ist bei den meisten Zahlungsdienstleistern ähnlich:
- Geschäftskonto eröffnen beim Anbieter, mit Angaben zu Ihrem Unternehmen, Ihrem Gewerbe und Ihrer Bankverbindung.
- Prüfung abwarten: Der Anbieter verifiziert Ihr Unternehmen. Halten Sie Impressum, AGB und Widerrufsbelehrung im Shop bereit, sie werden oft angesehen.
- Anbindung im Shop: über die Zahlungseinstellungen Ihres Shopsystems, ein Plugin oder die Schnittstelle des Anbieters.
- Testbestellung: Kaufen Sie selbst, stornieren Sie, erstatten Sie. Prüfen Sie, dass der Bestellstatus im Shop richtig wechselt.
- Auszahlungen im Blick behalten: Wann landet das Geld auf Ihrem Konto, und wie werden Erstattungen verrechnet?
Dürfen Sie Gebühren für bestimmte Zahlungsarten verlangen?
In Deutschland meist nicht. Nach § 270a BGB ist eine Vereinbarung unwirksam, nach der der Kunde ein Entgelt für die Nutzung einer SEPA-Lastschrift, einer SEPA-Überweisung oder einer Zahlungskarte zahlen soll. Bei Karten gilt das für Zahlungen von Verbrauchern, soweit die EU-Verordnung über Interbankenentgelte anwendbar ist, also für die üblichen Verbraucherkarten.
Für andere Zahlungsmittel setzt § 312a Abs. 4 BGB Grenzen: Ein Entgelt gegenüber Verbrauchern ist unwirksam, wenn es keine gängige und zumutbare kostenlose Zahlungsmöglichkeit gibt oder wenn es über Ihre tatsächlichen Kosten hinausgeht. In der Praxis rechnen die meisten Händler die Zahlungsgebühren deshalb in die Preise ein, statt sie an der Kasse aufzuschlagen. Für Österreich gelten eigene Regeln; lassen Sie diese vor einem Zuschlag prüfen.
Welche Angaben zu Zahlungsarten sind Pflicht?
§ 312j Abs. 1 BGB verlangt, dass Sie spätestens bei Beginn des Bestellvorgangs klar angeben, welche Zahlungsmittel Sie akzeptieren. Üblich sind Logos der Zahlungsarten im Fußbereich jeder Seite, eine eigene Seite „Zahlung und Versand“ und die Auswahl im Checkout. Die übrigen Pflichten rund um Preise, Bestellbutton und Rechtstexte fasst der Beitrag Onlineshop eröffnen: Was muss ich beachten? zusammen.
Welche Zahlungsarten sollte Ihr Onlineshop haben? So entscheiden Sie
- Kunden kennen: Privatkunden in Deutschland erwarten fast immer PayPal und Karte. Geschäftskunden bevorzugen Rechnung oder Überweisung.
- Warenkorb rechnen: Multiplizieren Sie Ihren durchschnittlichen Warenkorb mit jedem Satz aus der Tabelle und vergleichen Sie das Ergebnis mit Ihrer Marge.
- Risiko abwägen: Rechnung und Lastschrift ohne Anbieter bedeuten Ausfall- und Rücklastschriftrisiko. Vorkasse ist sicher, kostet aber Abschlüsse.
- Ausland mitdenken: Verkaufen Sie in andere Länder, gehören die dort üblichen Zahlungsarten und die internationalen Zuschläge in die Rechnung.
- Nicht übertreiben: Drei oder vier gut eingerichtete Zahlungsarten sind besser als acht, die Sie nicht im Blick haben.
Wie Favenda hilft
Favenda nimmt keine Transaktionsgebühren auf Ihre Verkäufe: Sie zahlen Ihren Tarif und die Gebühr Ihres Zahlungsanbieters, sonst nichts. Für jedes Land richten Sie eine Verkaufsregion mit eigener Währung, eigenen Zahlungsarten und eigenen Versandtarifen ein, so bieten Sie Kunden in Deutschland, Österreich oder anderswo die passende Auswahl an. Zu jeder Bestellung sehen Sie den echten Gewinn nach Versand und Gebühren und erkennen sofort, welche Zahlungsart Ihre Marge am stärksten belastet. Hosting, SSL, Backups und Updates sind enthalten. Das Paket Store kostet 59 USD pro Monat, zzgl. MwSt.; bei jährlicher Zahlung sind zwei Monate kostenlos.
Häufige Fragen
Welche Zahlungsarten sollte ein kleiner Onlineshop anbieten?
Zum Start PayPal und Kreditkarte, dazu eine Rechnungslösung über einen Anbieter, wenn Ihr Warenkorb eher hoch ist. Vorkasse per Überweisung kostet Sie nichts und kann als zusätzliche Option bleiben.
Was kostet PayPal im Onlineshop?
Laut PayPal-Preisseite für Deutschland 2,99 % + 0,39 € pro inländischer Zahlung über PayPal Checkout. Bei Zahlungen aus Großbritannien kommen 1,29 % dazu, aus Ländern außerhalb des EWR 1,99 %.
Darf ich für PayPal oder Kreditkarte einen Aufpreis verlangen?
Für Kartenzahlungen von Verbrauchern, SEPA-Lastschrift und SEPA-Überweisung nicht (§ 270a BGB). Für andere Zahlungsmittel nur, wenn es eine gängige kostenlose Alternative gibt und der Aufpreis Ihre Kosten nicht übersteigt (§ 312a Abs. 4 BGB). Lassen Sie einen Aufpreis im Zweifel rechtlich prüfen.
Quellen: PayPal-Gebühren für Unternehmen Deutschland, Stripe-Preisseite Deutschland, Bürgerliches Gesetzbuch (§ 270a, § 312a, § 312j) auf gesetze-im-internet.de. Stand: 23. Oktober 2026. Gebühren können sich ändern; das Rechenbeispiel ist reine Arithmetik mit den genannten Sätzen. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.