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Auf Amazon verkaufen: Gebühren, Voraussetzungen und wann sich ein eigener Shop daneben lohnt

· 11 Min. Lesezeit · Marktplätze

Kurze Antwort: Um auf Amazon zu verkaufen, registrieren Sie ein Verkäuferkonto, wählen einen Tarif und lassen sich verifizieren. Der Tarif Einzelanbieter kostet laut Amazon 0,99 € pro verkauftem Artikel, der Tarif Professionell 39 € im Monat, jeweils zuzüglich MwSt. Dazu kommt bei jedem Verkauf eine Verkaufsgebühr, die je nach Kategorie meist zwischen 8 % und 15 % des Gesamtpreises liegt. Wer regelmäßig mit Gewinnabsicht verkauft, braucht ein Gewerbe. Amazon bringt Reichweite, aber die Kundenbeziehung bleibt weitgehend bei Amazon. Viele Händler betreiben deshalb parallel einen eigenen Shop auf einer gehosteten Plattform.

So funktioniert das Verkaufen auf Amazon

Als Verkaufspartner bieten Sie Ihre Produkte im Amazon-Shop an, neben Amazon selbst und anderen Händlern. Sie verwalten Angebote, Preise und Bestellungen in Seller Central. Für den Versand haben Sie zwei Wege:

  • Versand durch Händler: Sie lagern, packen und verschicken selbst.
  • Versand durch Amazon (FBA): Sie schicken Ware an Amazon-Logistikzentren, Amazon übernimmt Lagerung, Versand, Rücksendungen und Kundenservice gegen zusätzliche Gebühren.

Kunden sehen Ihr Angebot auf einer Produktdetailseite. Bieten mehrere Händler dasselbe Produkt an, stehen Sie dort in direktem Wettbewerb, vor allem über den Preis.

Anleitung: In sechs Schritten zum Verkäuferkonto

Der Registrierungsleitfaden von Amazon beschreibt diese Schritte:

  1. Unternehmensdaten angeben (Land, Unternehmenstyp, Firmenname, Adresse laut Gewerbeschein)
  2. Verkäuferinformationen angeben
  3. Zahlungsinformationen hinterlegen (Kreditkarte)
  4. Shop- und Produktinformationen angeben
  5. Bankkonto für Auszahlungen angeben
  6. Identität verifizieren und Dokumente hochladen

Halten Sie dafür bereit: einen amtlichen Ausweis, bei gewerblichen Verkäufern den Gewerbeschein, einen Adressnachweis wie einen aktuellen Kontoauszug oder eine Versorgerrechnung, eine Kreditkarte und Ihre Bankdaten. Laut Amazon lässt sich die Registrierung oft in wenigen Stunden abschließen, die Identitätsprüfung dauert normalerweise drei Werktage oder weniger.

Auf Amazon verkaufen: Gewerbe, Kleingewerbe, Kleinunternehmer

Amazon schreibt im Leitfaden selbst: Wer regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht verkauft, ist gewerblich tätig und muss vor dem ersten eingestellten Artikel ein Gewerbe anmelden. Ohne Gewerbe zu verkaufen ist also nur für gelegentliche private Verkäufe gedacht, nicht für den Aufbau eines Handels.

Nach der Gewerbeanmeldung erhalten Sie vom Finanzamt den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung; die Steuernummer ist eine Pflichtangabe in Seller Central. Als Kleinunternehmer können Sie nach § 19 UStG von der Umsatzsteuer befreit sein, wenn Ihr Umsatz unter den gesetzlichen Grenzen bleibt. Amazon weist außerdem darauf hin, dass es die USt-IdNr. bei der Kontoeröffnung prüft und ein Fehlen die Freischaltung verzögern oder einschränken kann. Klären Sie das mit Ihrer Steuerberatung, bevor Sie sich registrieren.

Auch auf Amazon gelten die üblichen Händlerpflichten wie die Registrierung im Verpackungsregister LUCID, ein Impressum und eine Datenschutzerklärung. Einen Überblick gibt der Beitrag Onlineshop eröffnen: Was muss ich beachten?. Verkaufen Sie aus Österreich oder der Schweiz, gelten dort eigene Regeln für Gewerbe und Steuern.

Amazon Verkaufen: Gebühren und Kosten im Überblick

Verkaufstarif. Sie wählen zwischen zwei Tarifen und können laut Amazon jederzeit wechseln:

  • Einzelanbieter — Kosten laut Amazon: 0,99 € pro verkauftem Artikel, zzgl. MwSt.; Für wen: Amazon nennt weniger als 40 (Preisseite) bzw. 35 Artikel pro Monat (Leitfaden)
  • Professionell — Kosten laut Amazon: 39 € pro Monat, zzgl. MwSt., unabhängig von der Stückzahl; Für wen: mehr Verkäufe, erweiterte Verkaufs- und Werbetools

Rechnerisch ist Professionell ab etwa 40 Verkäufen im Monat günstiger, denn 39 € geteilt durch 0,99 € ergibt rund 39,4 Artikel.

Verkaufsgebühr. Für jeden verkauften Artikel zahlen Sie einen Prozentsatz des Gesamtpreises, also Artikelpreis plus Versandkosten und gegebenenfalls Geschenkverpackung, oder einen Mindestbetrag, je nachdem, was höher ist. Der Mindestbetrag liegt in den meisten Kategorien bei 0,30 €. Einige Beispiele aus der Gebührentabelle:

  • Küche, Sport und Outdoor, Spielzeug und Spiele sowie „Alles andere“: 15 %
  • Computer und Unterhaltungselektronik: 7 %
  • Haushaltsprodukte: 8 % bis 20 €, 15 % darüber
  • Schmuck: 20 % bis 250 €, 5 % auf den Anteil darüber

Prüfen Sie Ihre eigene Kategorie in der aktuellen Tabelle, denn Amazon hat 2026 mehrere Sätze geändert.

Weitere mögliche Kosten:

  • FBA-Gebühren: pro Einheit nach Produkttyp, Größe und Gewicht, dazu Lagergebühren. Die genauen Beträge stehen in den Gebührentabellen von Amazon.
  • Abschlussgebühr: fällt vor allem bei Medien wie Büchern, DVDs, Musik und Videospielen an.
  • Bearbeitungsgebühr für Erstattungen: Erstatten Sie eine Bestellung, gibt Amazon die Verkaufsgebühr zurück, abzüglich 5,00 € oder, falls niedriger, 20 % der Verkaufsgebühr.
  • Werbung: Sponsored Products und andere Anzeigen werden pro Klick abgerechnet.

Beispielrechnung: Was bleibt pro Verkauf?

Die folgenden Zahlen sind Annahmen, keine Durchschnittswerte. Ein Küchenartikel kostet 30,00 € inklusive Versand, Sie haben den Tarif Professionell und verkaufen 100 Stück im Monat, Versand durch Händler.

  • Verkaufsgebühr 15 % von 30,00 € — 4,50 €
  • Anteil Monatsgebühr (39 € / 100 Verkäufe) — 0,39 €
  • Amazon-Kosten gesamt — 4,89 €

Davon gehen noch Wareneinsatz, Verpackung, Porto, Retouren, eventuelle Werbung und Umsatzsteuer ab. Rechnen Sie das mit Ihren echten Zahlen durch, bevor Sie einen Preis festlegen. Verkaufen Sie im selben Monat nur zehn Stück, steigt der Anteil der Monatsgebühr auf 3,90 € pro Verkauf.

Vorteile und Grenzen von Amazon

Vorteile: Kunden suchen bereits auf Amazon, Sie brauchen keine eigene Besucherquelle, um die ersten Bestellungen zu bekommen. Mit FBA geben Sie Lager, Versand und Kundenservice ab. Bezahlung und Kundenvertrauen laufen über Amazon.

Grenzen: Bei jedem Verkauf fällt eine Gebühr an. Auf derselben Detailseite konkurrieren Sie direkt über den Preis mit anderen Händlern. Regeln, Darstellung und Gebühren bestimmt Amazon und kann sie ändern. Und die Beziehung zum Kunden gehört weitgehend der Plattform: Es ist schwer, einen Amazon-Käufer gezielt für den zweiten Kauf zurückzugewinnen.

Amazon eigener Shop: Marken-Shop oder eigener Onlineshop?

Amazon bietet mit „Amazon Stores“ einen Marken-Shop an. Das ist eine mehrseitige Markenpräsentation innerhalb von Amazon. Voraussetzung sind laut Amazon der Tarif Professionell und die Amazon-Markenregistrierung, für die Sie eine eingetragene oder angemeldete Marke brauchen. Ein Amazon Store ist also kein unabhängiger Onlineshop mit eigener Domain und eigenen Kundendaten.

Ein eigener Onlineshop ist das Gegenstück: Sie bestimmen Preise, Design und Regeln, haben die Kundendaten und zahlen keine Verkaufsgebühr an einen Marktplatz. Dafür müssen Sie die Besucher selbst gewinnen; wie Ihr Shop dabei über Google gefunden wird, erklärt der Beitrag SEO für Onlineshops. Eine verbreitete Aufteilung:

  • Amazon für Reichweite und für Produkte, nach denen dort viel gesucht wird.
  • Eigener Shop für Stammkunden, Bundles, exklusive Artikel und eine bessere Marge.

Wie Sie prüfen, welche Produkte sich dafür eignen, zeigt der Beitrag Welche Produkte online verkaufen?.

Was der eigene Shop laufend kostet, vom Tarif bis zur Zahlungsgebühr, zeigt der Beitrag Was kostet ein Onlineshop?.

Wie Favenda hilft

Favenda ist eine gehostete Plattform für Ihren eigenen Shop: Hosting, SSL, Backups und Updates sind enthalten, und Favenda nimmt keine Transaktionsgebühren auf Ihre Verkäufe. Sie legen Versandtarife nach Gewicht und eine Versandkostenfrei-Grenze fest und richten für jedes Land eine Verkaufsregion mit eigener Währung, eigenen Zahlungsarten und eigenen Versandtarifen ein. Zu jeder Bestellung sehen Sie den echten Gewinn nach Versand und Gebühren, so vergleichen Sie fair mit dem, was Ihnen auf Amazon bleibt. Das Paket Store kostet 59 USD pro Monat, zzgl. MwSt.; bei jährlicher Zahlung sind zwei Monate kostenlos.

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Häufige Fragen

Was kostet es, auf Amazon zu verkaufen?
Laut Amazon entweder 0,99 € pro verkauftem Artikel (Einzelanbieter) oder 39 € im Monat (Professionell), jeweils zzgl. MwSt., plus eine Verkaufsgebühr je Kategorie, meist zwischen 8 % und 15 % des Gesamtpreises. FBA, Werbung und Erstattungen kosten zusätzlich.

Kann ich ohne Gewerbe auf Amazon verkaufen?
Nur gelegentlich als Privatperson. Wer regelmäßig mit Gewinnabsicht verkauft, ist nach Amazons eigenem Leitfaden gewerblich tätig und muss vor dem ersten Artikel ein Gewerbe anmelden.

Lohnt sich Amazon oder ein eigener Shop?
Das ist selten ein Entweder-oder. Amazon bringt schnell Bestellungen, kostet aber bei jedem Verkauf Gebühr und gibt Ihnen wenig Kontakt zum Kunden. Ein eigener Shop baut Stammkunden und Marge auf, braucht aber eigenes Marketing.


Quellen: Amazon Verkaufen, Seiten „Preisgestaltung“, „Leitfaden zur Verkäuferregistrierung“ und „Bauen Sie Ihre Marke mit einem Online-Shop auf“ (sell.amazon.de). Stand: 23. Oktober 2026; Gebühren und Bedingungen können sich ändern. Die Beispielrechnung beruht auf Annahmen. Dieser Beitrag ist keine Rechts- oder Steuerberatung.